Stefan Erbe: Legacies (2014)

Beim Anblick des Covers könnte man meinen, die neue Platte von Stefan Erbe ist eine Hommage an New York City. Für einen renommierten Künstler, der auch mit den diversen Stilistiken der Elektronischen Musik weltmännisch umzugehen weiß, eigentlich keine Überraschung. Es geht los mit „Daystarter“. Vor meinem inneren Auge klettert die Morgensonne über die Skyline von Manhattan. Pianotropfen fallen wie leichter Sommerregen in den Central Park. Verträumte Klänge verschmelzen sich mit treibenden Beats, im Pulsschlag der erwachenden Metropole. Mit dem zweiten Stück reiht er sich sogar in der Galerie der Weltklassesongs ein: „This City Never Sleeps“ klingt wie ein geschmeidiger Electro-Reggae mit umwerfendem Hype – megacitystark.

Offensichtlich muss Stefan Erbe von seiner Schallwelle-Auszeichung als bester deutscher Elektronikmusiker beflügelt worden sein. Doch leider endet hier auch schon der vermeintliche New-York-Trip. Macht aber nichts. Die folgenden „Erbschaften“ enthalten Reminiszenzen an ältere Stücke aus seinem 20jährigen Schaffen. Protziger Big-Beat oder luftigleichte Flockensounds, die an die letzten beiden Werke „Emotion Design“ und „Method“ erinnern. Dennoch vermisse ich die Raffinesse explizit aus diesen Alben. Eigentlich hatte sich Stefan Erbe schon vor langer Zeit aus den Fußfesseln der traditionellen EM befreit. Das Vermengen von alten Zutaten in neue Titel ergibt im Endeffekt keinen wirklich modernen Sound. Der Remix seines Klassikers „Sound of Sky“ allerdings ist ein Prachtexemplar seiner Gattung. Eine Electronic-Ode an die Sterne – groovig, spacig, zeitlos. Unterm Strich hat man sozusagen gleich zwei Weltklassetitel auf einem Album, dazu noch recht abwechslungsreiche Instrumentalmusik. EM-Fan, was willste mehr?

CD ab 16.8. – Hörproben:
http://www.erbemusic.com/index.php/de/

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