Stan Dart: „Supernova“ (2018)

Das phänomenale Doppelalbum „Ecclesia“ zu toppen ist schon eine Herausforderung, zumal es eines der besten Alben in 2017 war. Stan Dart hat andere Ambitionen – er startet mit seiner neuen CD in den Weltraum. Wie der Künstler mir vorab erklärte, ist der Schwerpunkt bei den Kompositionen das Prinzip der Dualität. In den vier Tracks (zwischen 8 und 13 Minuten Länge) versucht Stan Dart immer zwei Instrumente miteinander harmonieren zu lassen oder zwei kleine Themes zu einem großen zusammenzubauen.

Anlass dazu ist der Bau des neuen Planetariums im „European Southern Observatory“ bei München. Die Architektur des Gebäudes spiegelt ein 2-Sterne-System wieder, bei dem der kleinere Stern vom größeren „aufgesaugt“ wird und dabei dann der Große explodiert – also eine Supernova entsteht. Musikalisch klingen die ersten drei Tracks voll rhythmisch treibend, leider auch ziemlich oldschool, etwas gewöhnungsbedürftig wenn man schwebende Space-Music erwartet hat. Egal, denn in „Zero G“ entwickelt sich nach wenigen Minuten ein pulsierender, starker Beat, der mich an „Frankie Goes To Hollywood“ erinnert. Stan Dart versteht sein Handwerk. Er ist mittlerweile einer der ganz Großen in der Szene. Der letzte Track allerdings ist ein Highlight der originären Space-Art. In „Seeds Of Life“ floaten geheimnisvolle, düstere Klänge durch den Weltraum. Es erinnert in seiner Machart an die famose, kürzlich erschienene „Einlassmusik“ von SCHILLER. Doch leider endet dieser exzellente Track (obwohl er knapp 13 Minuten Länge aufweist) viel zu früh. Das verlangt eine Fortsetzung, lieber Stan Dart! Für Electronic-Freaks unbedingt empfehlenswert – das ganze Album.

Hörprobe (Shortcut: „Duality“)

3 Gedanken zu „Stan Dart: „Supernova“ (2018)“

  1. Ein richtiges Spacemusik Feeling stellt sich bei mir erst ab Track 4 „Sead of Life“ ein. Ein wirklich exzellentes Stück aus der Feder vom Stan Dart. Sehr plastisch, spannend und einfühlend dargestellt nur, leider von der Länge schon fast zu kurz. Das ist Spacemusik die anmacht und mitreißt. Im Gegensatz dazu klingen Track 1–3 eher aus einer etwas angestaubten Elektronik-Plattensammlung der 80er. Sicher wird es auch dafür Liebhaber geben, ich möchte nicht sagen, dass sie schlecht sind aber auch nicht wirklich gut. Auf mich wirken sie, für das was sie hergeben zäh, monoton und auch zu langatmig. Aber nur allein für das Stück „Sead or Life“ würde ich mich wieder für das Album entscheiden!

  2. Supernova (EP) 24-bit gibt es bei Bandcamp.

    „Seed of Life“ hat nicht nur eine gute Länge, der Titel könnte auch auf der „Einlassmusik“ eine gute Figur machen.

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