Stan Dart: „Pictures At An Exhibition“ (2014)

Ein neuer Stern leuchtet am Electronic-Himmel. Seine schimmernden Strahlen kollidieren mit dem grellen Feuerlicht aus Underworld. Die Musik klingt zunächst wie ein grotesker Soundtrack. Wer sich darauf einlassen kann, erlebt beim sogenannten zweiten Hören imposante Electronicals auf dem schmalen Grat zwischen Retro und Neuzeit. „Pictures At An Exhibition“ resultiert aus der Zusammenarbeit des Österreichers Richard Hasiba (aka Stan Dart) und dem Designer Andreas Schwetzke, dessen Bilder im beiliegenden Booklet zu sehen sind.

Die ersten Tracks starten noch bedächtig, doch schon im dritten Song „Organic Life“ wächst so etwas wie ein hypnotischer Klangsog, der mich fesselt – packender Rhythmus – atmosphärische Sounds – superspannend. Doch all die ersten Tracks führen den Hörer schnurstracks zum absoluten Highlight hin: Das 17minütige „Underworld“. Es ist aufgeteilt in „Part One: The Sea Of Fire“ und „Part Two: The Lost Island“. Ein Electronic-Rock-Opus der besonderen Art, mit elektrisierenden Effekten, stampfenden Beats, voller Power, auf und ab, grandios arrangiert. Das schreit förmlich nach Live-Auftritten. Superstark! Genauso mächtig und doch komprimierter geht’s ab im nächsten Track „The Tower Of Darkness“. Bis schließlich der gewaltige Sound sich kontinuierlich abkühlt in den nachfolgenden Songs. Nun geht es relaxed und verträumt in eine versunkene Welt aus einer versunkenen Zeit, immer tiefer bis zu „20.000 Miles Below The Sea“ mit filigranen Pianotupfern und bizarren Klängen. Doch auch das währt nicht allzu lange. Die sehr abwechslungsreiche Musik steigt wieder aufwärts, tief dröhnend und wuchtig. Als Bounstrack gibt’s „Die dunkle Materie“ – eine Inspiration durch den Kinofilm „Interstellar“ – hätte durchaus als Soundtrack dienen können. Hut ab, Mister Stan Dart, das war superprofessionell.

Hörproben:
http://www.stan-dart.com/musicstore/;

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