Stan Dart: „Ecclesia“ (2017)

Was würde passieren, wenn man das hochgelobte „DOM“-Album von Blank & Jones irgendwie fortsetzen würde? Der Österreicher Stan Dart hat’s getan und das Resultat ist ein Doppelalbum mit dem Titel „Ecclesia“. Anstelle des Kölner Doms ist hier der Grazer Dom Schauplatz für die sakrale Klangwelt. Doch damit nicht genug, Stan Dart fügt einen Hauch von Enigma-Atmosphäre hinzu. Die Messlatte ist hoch gelegt – das Ergebnis ist grandios!

Mit Songwriterin und Vocal-Coach Petra Bonmassar tat er einen Glücksgriff, denn die Sängerin ist eine Wucht. Der Song „Malum – The Evil“ mit einem Goethe-Text als Strophe und einem in Englisch gesungenen Refrain bohrt sich tief ins Gehör – und kommt nicht mehr raus. Stan Dart ist ein ausgezeichneter Klangtüftler, der den Koryphäen dieses Genre in nichts nachsteht. Gleich die ersten Tracks sind ansteckend rhythmisch. Das geht hammerstark in Mark und Bein. Mein persönliches Highlight allerdings befindet sich auf der zweiten CD: Nach der geschmeidigen Vertonung eines Psalms aus der Bibel („Lacrimosa“) fliegt der Hörer im sensationellen „Exsurge Domine“ wie schwerelos durch den Dom und weit hinaus in die Nacht – bis Regen fällt. Mönchgesang und warme Flächensounds verschmelzen ineinander bis die Realität diesen Traum beendet – dann jedoch in das fantastisch gesungene und dynamische „Via Laboriosa“ übergeht. Hier zeigt Petra Bonmassar nochmals ihre herausragende Qualität. Neben ihr partizipieren noch andere Künstler an dem Projekt wie z.B. der Pianist Mark Dorricott. Spannende Electronic – von düster bis genial. Auch die alternative Chilloutversion von „Vita“ müsste in allen Strandcafes der Welt zur Grundausstattung gehören.
Es war ein gewagtes Unternehmen, letztes Jahr in Köln, mit den drei elektronischen DOM-Konzerten, doch über fünfzigtausend Zuschauer waren begeistert. „Ecclesia“ von Stan Dart ist stilistisch ähnlich – dennoch völlig anders, mehr Rhythmus, mehr Gesang, kurz gesagt: Weltklasse! Für Fans der bereits genannten Interpreten unbedingt empfehlenswert!


5 Gedanken zu „Stan Dart: „Ecclesia“ (2017)“

  1. Ich bin schon länger Stan Dart-Fan, mag seine düsteren Werke, auch die neue Veröffentlichung gefällt mir sehr. Vor allem ,Ascensus‘ und ,Exsurge Domine‘.

  2. Will, Danke für Deine Rezension zu dem neuen Album von Stan Dart “ Ecclesia “ ! Sie ist umwerfend wie das neue Album selbst, schöner und treffender kann man es nun wirklich nicht beschreiben ! Ich befinde mich zur Zeit in einer Art Stan Dart-Fieber. mit den Stücken „Deus Misere“ , „Malum“ , „Ascensus“ ,“Lacrimosa Caeli“ ,“Exsurge Domine“ ,“Via Laboriosa“ ,“Vita“ ,“ Ecclesia I“ hat sich Stan Dart in die Erste Liga der elektronischen Musik katapultiert. Noch zu erwähnen Petra Bonmasar, eine ausgebildet Stimme, die bis ins tiefste Innere durchdringt und gemeinsam mit Stan Dart mit „Via Laboriosa“ für mich einen Welthit gelandet hat. Das ganze Projekt, angelehnt an den Dom von Graz kann ich nur sagen: Tritt ein in den Dom !!! Frank

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