Schiller: Licht- und Schattentour 2016

Eine bombastische Show sollte es werden in der Kölner Lanxess-Arena. Trifft auch zu, was die Licht- und Lasershow angeht. Noch nie habe ich so eine grandiose, stimmige Lightshow gesehen. Das war Weltklasse!!! Doch was fabrizierte der Künstler Christopher von Deylen in den ersten zwei, drei Tracks? War das gewolltes Warmspielen? War das ein Versuch experimentelle Sounds zusammen mit der neu gefunden Bandcrew zu exerzieren um einen Song zu bilden? Kurios.

Ich bin ein Fan von SCHILLER, habe sämtliche Konzerte seit Beginn gesehen, doch diese 2016er Show war seelenlos, ohne Gänsehaut, kommerziell geprägt – nur atemberaubendes Licht. Was hat der Künstler nur aus dem längsten Track des letzten Albums „Looking Out For You“ gemacht? Auf der CD dachte man schon damals: das wird ein Live-Ereignis – Pusteblume! Anstelle die megafetten Synthie-Soli auszubauen (die nach Improvisation schreien) wird vorher radikal abgebrochen. So ganz im Stil von Katy Perry oder Miley-Cyrus-Konzerte – nur R&B-Gesang und dann ist Schluss. Fetter Ballon mit dünner Luft. Welches Publikum wollte CvD damit ansprechen? Rästselhaft! Auch der flotte, sympathische Song „Not In Love“ vom letzten Album verpufft zu einer ermüdenden Schlafzimmernummer – völlig destruktiv in einer Konzertarena so was so zu bringen. Der Gipfel war allerdings die banale Bass-Version von „Glockenspiel“. So etwas spielt man in der Fußgängerzone, viel zu lang gezogen und hatte den Reiz des Glockenpiels total verhunzt. Hätte man CvD beraten müssen, welche Songs er live präsentieren sollte? Vom „Future“-Album hat er fast nur die belanglosen Stücke gewählt. Okay, abgesehen von „Once Upon A Time“ und „For You“ – und siehe da: DAS ist es was das Volk hören wollte. Ich befürchte, der Tiefflug der SCHILLER-Musik ist schon bei der Wahl der schwachen Single „Paradise“ eingeleitet worden. Das hat offenbar den Erfolg des Albums beeinflusst. Als Fan kann ich nur noch sagen: Was waren das für tolle Zeiten mit der „besten Band der Welt“ oder mit der letzten „Klangweltentour“. Nur die Keyboards und ein Schlagzeug – herrlich spartanisch aber himmlisch effizient. SCHILLER kann es doch!

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