Paul Kalkbrenner: Guten Tag (2012)

Wie ein Fels in der Brandung der heutigen deutschen Electronic-Szene steht unübersehbar der Berliner Paul Kalkbrenner. Nach anfänglichem  Zögern komme auch ich nicht an ihm vorbei. Seit 2001 schon produziert er einen eigenwilligen Techno-Stil. Den endgültigen Durchbruch erzielte er mit seinem Bruder Fritz in 2009 mit dem Soundtrack „Sky and Sand“ aus dem Film „Berlin Calling“, wo Paul Kalkbrenner auch als Schauspieler agierte. Die Ende 2012 veröffentlichte Scheibe „Guten Tag“ schoss von Null auf Eins der Electronic-Charts. Genauso erfolgreich wie sein Vorgänger „Icke wieder“.

pauleDie Berliner Schnauze ist ein Generationen-Phänomen. Wer heutzutage die Hitparaden anführt hat das junge Publikum auf seiner Seite. Titel wie „Der Buhold“, „Speiseberndchen“, „Datenzwerg“, „Des Bieres Meuse“ können zum Schmunzeln animieren. Der entsprechende Sound im flotten bpm-Bereich ebenfalls. Alles klingt minimalistisch, kühl, aber dennoch frisch und zugänglich. Der Witz an der Sache ist, die Musik nimmt sich selbst auf die Schippe. Dass dennoch die schlichten Tracks mit einer sahnigen Melodie verziert sind, liegt an der Kreativität des Künstlers. Paul Kalkbrenner polarisiert. Für die einen ist es geile Mucke zum Abzappeln, für die anderen Schwachsinn. Ein Live-Auftritt vor zigtausend Jugendlichen gleicht einer  Flash-Mob-Party. Paul Kalkbrenner ist die führende Lichtgestalt in der Electronic-Szene der unter 30jährigen.

Interessante Randbemerkung: Der ebenfalls in Berlin ansässige Elektroniker Christopher von Deylen (besser bekannt als „Schiller“) steht, was Erfolg angeht, in nichts nach, beide fast im gleichen Alter, beide kahlköpfig. Schillers Publikum allerdings besteht größtenteils aus der Generation 40 plus. Wie kommt’s?

httpv://www.youtube.com/watch?v=NINFMzvk-Qo

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.