Musik: Twins In Mind – Sad In Joy (2012)

Im weltweiten Netzwerk von „Enigma-Music“, wo Produzenten-Genie Michael Cretu vor ein paar Jahren seine Fans von Grönland bis Neuseeland zur Mitarbeit an einen gemeinsamen Song aufrief, entwickelte sich eine intensive Freundschaft zwischen drei Musikern aus Belgien, Griechenland und Kanada. Zusammen mit der Sängerin Fox Lima aus Litauen (die den „Social-Song-Contest“ übrigens gewann), entstand das Projekt Twins In Mind. Die Devise lautet „zurück zu den Wurzeln der Enigma-Musik“ und nach gemeinsamer Arbeit erscheint das erste Album im Frühjahr 2012 mit dem Titel  „Sad In Joy“.

Um es vorwegzunehmen, wer ENIGMA mag, wird den Musikstil von „Twins In Mind“ unwiderstehlich finden. Nahezu identisch ist das gesamte Konzept, das die Ära „ENIGMA I – IV“ in den 90er Jahren bei einem Millionenpublikum so beliebt machte.

Es ist wie damals, als würde ein Raumschiff auf die Erde landen, wundersame Klänge für eine knappe Stunde aus einem überdimensionalen Füllhorn gießen um dann wieder abzuheben in die Stratosphäre.

Was zeichnet diese Art von Musik aus? Es ist ein entspanntes und zugleich spannendes Ohrenkino mit einem universalen Sound. Sehr zu empfehlen ist der DJ-Continuous Mix von iTunes, alle 12 Tracks wie aus einem Guss. Ich habe mir eine Autofahrt mit diesem Klanggenuss gegönnt. Das Intro startet mit einer verschwörerischen Frauenstimme, nahtlos folgt der Übergang in eine facettenreiche Welt aus sympathischem Wohlfühl-Sound, an den richtigen Stellen gespickt mit Mönchs- und engelsgleichen Sprechgesang. Enorm abwechslungsreich, wie die Bilder, die an meiner Windschutzscheibe vorbeirauschen. Ob malerische Natur oder glitzernde Citylights. Ich bin geflasht von diesem Trip, ruhige Momente im Wechsel mit peitschenden Beats.

Erstaunt bin ich, ob der klangtechnischen Qualität. Da haben die „Schüler“ von Sounddesigner Michael Cretu ihr Examen mit Bravour bestanden.  Zu bemängeln gäbe es allenfalls das Gitarrenspiel, das die enigmatische Qualität eines Jens Gad nicht erreicht, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Die Vielfalt der wunderbaren Klänge holt alles raus. Eine traumhafte Atmosphäre von Sonnenuntergang bis Morgenröte. Da bekommt eine Autofahrt selbst durchs platte Land ganz neue Dimensionen.

Doch bei allem Respekt, Twins In Mind liefern zweifellos ein großartiges Werk, der Erfinder dieses Genres, Michael Cretu, würde ein Album dieser Art sicherlich nicht wieder machen.

 

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