Steve Lukather: All’s Well That Ends Well (2010)

Der einzig wahre und geniale Boss der legendären Rockband TOTO wirft sein mittlerweile neuntes Soloalbum auf den Markt und demonstriert eindrucksvoll seine elitäre Position in der Rangliste der Guitar-Songwriter.

Steve Lukather ist wieder da! Sein Markenzeichen, die dominante, heulende, kraftstrotzende Leadgitarre ist wie immer präsent … facettenreich und für Rock-Gitarristen enorm kreativ seine Kompositionen. Das Album startet mit einer ungewöhnlich düsteren Elektroniklandschaft: „Darkness In My World“ ist ein schwermütiges, prachtvolles Stück Rockmusik. Steve Lukather ist eigentlich ein ambitionierter Jazz-Rocker, auch im aktuellen Werk sind diese Stilelemente in drei, vier Tracks unverkennbar.

Erfreulich erfrischend die Steely-Dan-Reminiszenz in „On My Way Home“ oder die positive, energiegeladene Aufbruchstimmung wie in „Can’t Look Back“. Auch die einzigartige Gesangsstimme hat seit der Ära „Rosanna“ nie an Ausstrahlung verloren. Steve Lukathers neuestes Album ist nicht unbedingt ein Geniestreich doch absolut empfehlenswert.
Unwiderstehlich, diese rasiermesserscharfen, sirenenhaften (leider viel zu kurz geratenen) Gitarrensoli, wo der 53jährige Master of Desaster immer wieder durchschimmern lässt, dass er einmal der beste Gitarrist der Welt war.

12 Gedanken zu „Steve Lukather: All’s Well That Ends Well (2010)“

  1. Äh, ich würde mal sagen, dass „Rosanna“ nicht von Steve Lukather, sondern von Bobby Kimball gesungen wurde … Und Steve Lukathers Stimme finde ich zwar einzigartig, aber herausragend ist sie nicht gerade. Man nimmt sie eher – um es etwas übertrieben zu sagen – der Songs und der Gitarre wegen in Kauf.

  2. Uijuijui Ulf, böses Foul.
    Don’t chain my heart hat mit Luke am Gesang mehr Soul als vieles was Kimball angerührt hat.

    Ich durfte TOTO auch mit Steve Lukather als Leadsänger live erleben, und muss sagen: Luke gewinnt schon deshalb, weil er die Songs auch auf der gesanglichen Seite lebt, und nicht nur, wie teilweise Kimball, runtersingt.

  3. Ich hab ja nicht für Kimball als besseren Sänger plädiert, sondern wollte nur sagen, dass eben nicht Lukather „Rosanna“ gesungen hat (wie es oben im Artikel steht).
    Ich finde Steve Lukathers Stimme trotzdem eher begrenzt, und sie klingt auch immer etwas belegt. Dass er für sein Dingens steht, ist schon klar, irgendwie passt das schon. Die Gitarre ist mir trotzdem das Wichtigere.

  4. Und noch ein kleiner Nachtrag: Ich habe mir das Album in iTunes noch mal angehört – es überzeugt mich nicht in allem (wobei die Hörproben natürlich nur einen ersten Eindruck hinterlassen können). Ich habe hier noch „Candyman“ (aus dem Jahr 1994!) – das finde ich etwas schnittiger. Aber insgesamt hat sich seitdem nicht allzu viel getan bei Herrn Lukather. Gleicher Grundstil …
    Mal sehen, ob von dir, Heiko, jetzt ein erneutes „Uijuijui“ folgt … 😉

  5. teils teils, ulf

    ich denke, mit 52 jahren darf man stilistisch gewachsen sein. ich hab das album ungehört gekauft, und das bekommen, was ich mir vorgestellt habe….den klassischen lukather. mich hätte es jetzt eher verstört, wenn lukather irgendwelche experimente mit „hippen“, angesagten künstlern gewagt hätte, um sich dem zeitgeist anzubiedern. dass das in die hose geht, sieht man immer wieder auf’s neue bei santana. von seinen ganzen kollaborationen finde ich nur smooth mit rob thomas gelungen.

    candyman mag „schnittiger“ sein, ohne zweifel, weil die arrangements weniger dicht sind sind wie auf der neuen produktion. mit songs über der 7 minuten-marke, krummen taktwechseln und breaks geht’s ja schon fast in progrock-gefilde.

    wo sich aber sehr wohl was getan hat, ist bei lukes gitarrenton.
    der wirkt aktuell sehr viel direkter und weniger durch die prozessormühle gedreht wie noch in der vergangenheit.
    auch wenn wir lukather wohl nie mit ’ner tele und nem fender champ auf der bühne sehen werden, ich hab gerüchte gehört, luke wolle die nächsten konzerte sogar „nur“ mit einem pedalboard bestreiten und sein rack einmotten.

    wir werden sehen 😉

  6. Also, ich finde, steve lukather hat die beste stimme von allen Toto sängern, die sich abwechselnd die klinke in die Hand gegeben haben. er ist nicht mein lieblingssänger, aber ich finde seine stimme klasse. vorallem kriegt er seine gesangsparts auch live super hin. also, ich nehm seine stimme nicht nur hin, sondern genieße sie. und das album ist ein echter knaller. ich hör es rauf und runter!

  7. im Artikel steht nicht, dass Luke „Rosanna“ gesungen hat, sondern dass seine Stimme seit besagter Ära nicht an Ausstrahlung verloren habe. Dennoch: Luke hat auf Rosanna ebenso gesungen wie Kimball.

    http://www.youtube.com/watch?v=twjnaV741ZA

    … und wie man hier beireits feststellen kann, hat Kimball bereits damals Schwierigkeiten, sein eigenes Material sauber rüberzubringen. Alles in allem aber Geschmackssache.

    Das Gitarrenspiel von Luke steht aber sicher im Vordergrund.

  8. Veto, Ulf! Definitiv ist der Leadsänger in „Rosanna“ Steve Lukather. Bobby Kimball singt nur zwei kurze Phrasen sowie den Background/Chor – was auch David Paich in diesem Stück tut.

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