SCHILLER: „Sonne“ Deluxe-Edition (2012)

Im Sog des Augenblicks ist alles Sog. Die einladende Stimme, die ersten sphärischen Klänge … immer dichter, immer heller … der Sonne entgegen. Der leuchtende Stern erstrahlt schon bald in seiner ganzer Pracht im Titelstück „Sonne“.  Nach abwechslungsreichen 15 Tracks auf CD 1 setzt sich der Sog auf CD 2 noch intensiver fort. Ein Klangrausch über weitere 70 Minuten, noch atmosphärischer, noch edler als zuvor.

SCHILLER ist und bleibt ein sonderbar ergiebiges Phänomen der gegenwärtigen Musikszene. Nur zwei Jahre nach seinem letzten Album präsentiert der norddeutsche Musiker Christopher von Deylen wieder ein üppiges Album mit 29 neuen Songs, zwei Live-DVDs und mehrseitigen Illustrationen. Dennoch, wo das Licht der Sonne fällt gibt’s auch irgendwo Schatten. Für meine verwöhnten Ohren wären weniger Tracks mehr Substanz gewesen. Von einigen Gesangsnummern könnte ich mich leicht trennen, ein chartaffiner Beigeschmack verbiegt diese Songs unnötig. Zum Glück besitzen andere Vocaltracks jedoch diese typisch „schillernde“ Tiefe wie z. B. das erwähnte Titelstück oder „Oasis“, „Dancing in the Dark“, „The Silence“. Christopher von Deylen zeigt seine Stärken jedoch in vielen  Instrumentaltracks. Da macht ihm keiner was vor. Für jede Lebenslage, für jedes Lebensgefühl komponiert er eine Melodie, die so profund und natürlich ist, wie die Sprache der Menschen.

Das Album entstand neben seinem Studio in Berlin auch in Austin, Texas, Salt Lake City, Los Angeles, London, Moskau und Oslo. Überall dort, wo die Sonne mit ihren Strahlen eine unendliche Vielfalt von Klängen im Künstler erweckt.

Besonders zu erwähnen sei noch die beiliegende Live-DVD der Klangwelten-Konzerte von 2011. Minimalistische Bühnenpräsenz aus Keyboards und Schlagzeug erzeugten filigrane Klangwelten. Ich freu mich schon wie Bolle auf die im November beginnende Deutschland-Tournee mit großer Bühne und diversen Gastmusikern. SCHILLER ist und bleibt ein sehr empfehlenswertes Phänomen.

9 Gedanken zu „SCHILLER: „Sonne“ Deluxe-Edition (2012)“

  1. Ich kenne diese Neuveröffentlichung nicht, aber bei mir hinterlässt Schiller immer ein zwiespältiges Bild. Die Synth-Arrangements sind oft klasse, haben Druck und klingen gut. Aber er gleitet mir zu oft ins kitschige ab. Im englischen gibt es den treffenden Begriff „cheesy“. Wenn etwa diese sonore Stimme von oben aus dem Off kommt, so gods-like, dann brauche ich anschließend eine Breitseite von Grendel, um mich wieder wohl zu fühlen 🙂

  2. Ich fand Schiller immer so lala, aber dann haben wir uns für ein 5.1 System interessiert und der Verkäufer legte die Blue Ray der „Atemlos“-Tour ein. Ich war und bin vom Sound total begeistert und je öfter wir uns mit den Systemen beschäftigten und uns Anlagen vorführen ließen, stieg meine Begeisterung für die Musik und den Sound (Es wird immer „Atemlos“ eingelegt, wegen des genialen Sounds 😉 ). Gut, immer kann ich das nicht hören und die neue Scheibe habe ich noch nicht so oft gehört, dass ich wirklich eine Meinung dazu hätte, aber im November sind wir beim Konzert dabei – logo!

  3. So, nun komme ich extra noch mal vorbei, weil ich mir die Platte noch mal intensiv angehört habe und muss leider sagen, dass ich sie nicht so toll finde, eher sogar etwas langweilig, aber vielleicht springt der Funke dann im Konzert über 🙂 Hoffentlich!

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