Musik: Rainbow Serpent Stranger (2010)

Eigentlich habe ich viel zu lange gezögert diese (im Herbst 2010 erschienene) Platte als CD-Tipp zu empfehlen. Je öfter sie ihre Runden im Player dreht, umso mehr springt bei mir der Funke der Begeisterung über. Heute muss ich sagen: „Stranger“ ist durchaus die beste Rainbow-Serpent-CD! Einen nicht unerheblichen Anteil dazu bewirkte die Kollaboration mit der klassisch ausgebildeten Pop-Sängerin Isgaard. Somit erreicht ein weiteres Mal elektronische Instrumentalmusik den Charme von progressiver Pop-Trance-Musik, wie SCHILLER es schon seit Jahren erfolgreich demonstriert.

Als Intro haben die beiden Oldenburger Elektroniker Frank Specht und Gerd Wienekamp einen atmosphärischen, opulenten Ambient-Track gewählt, der enorme Spannung aufbaut, um dann in zwei exzellente, ätherische Bombastinstrumentals einzutauchen.

„Elements 1 + Elements 2“ sind Erste-Sahne-Electronicals mit pulsierenden Beats und weiten Flächen. Da schnalzt der verwöhnte Elektronik-Gourmet mit der Zunge. Wenn in den folgenden Tracks die Sopranstimme Isgaards einsetzt, wird einem Kenner der Szene schon bewusst, dass diese so manchen SCHILLER-Song seinen typischen Charakter verlieh. Es passt einfach perfekt! Dichte, rhythmusbetonte Klanglandschaften mit dem elfenhaften Gesang Isgaards, eine Balance zwischen Gothic, Sequenzerelektronik und erfrischendem Pop.

„Wide Open Spaces“ beginnt mit plastischen Spielereien aus dem Off und verwandelt sich, gitarrenunterstützt, in ein relaxtes Stück mit hypnotischen Hooklines, nicht zuletzt weil die norddeutsche Sängerin eine Oktave tiefer singt.

„Rub-Al-Chali“ klingt wie ein Gleitflug über eine arabische Wüstenlandschaft.

„Memory Leaves“ entwickelt sich zu einem melodischen Sequenzertrack, voller Wärme und angenehmer Klangfülle.

Schließlich der Titelsong „Stranger“: Abgehoben, leicht schräg, mystisch und dennoch völlig easy mit einer Isgaard in Vollendung.

Den Abschluss bildet ein gewaltiges Klangensemble à la Sinfonie-Orchester mit weiblicher Solostimme, gewagt aber gekonnt. Das gesamte Album? Für Genießer sphärischer Musik ein unbedingtes Muss!

Will Lücken

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