Musik: Moonbooter – World of Apes 2

Wenn man wie ich, über einen längeren Zeitraum in ein Chorprojekt involviert war, ist es eine willkommene Abwechslung endlich wieder feine Elektronikmusik zu rezensieren. Mir liegt die neue CD von Moonbooter vor. Nur zehn Monate nach seinem phänomenalen „Cosmologica“ schickt der eifrige Komponist aus der Eifel einen Nachfolger ins Rennen. Wie ich vom Musiker selbst erfahren habe, ist das neue Album allerdings der zweite Teil einer Trilogie, die schon Anfang 2010 das Licht der CD-Player erblickte.

Moonbooter - World of Apes 2

Der Eröffnungstrack ist eine sehr angenehme Gehörmassage, weicher Klang, harter Beat. Man wird einfühlsam in die brisante Thematik dieses Projekts eingeführt: Der Atom-Wahnsinn. Seit „Fukushima“ so präsent wie nie zuvor. Als hätte es der Künstler geahnt, denn schließlich ist so mancher Track schon vor der Nuklearkatastrophe in Japan produziert. Kein Wunder, dass im gleichnamigen, dennoch wunderbaren Titel, der Geigerzähler im Hintergrund rattert Doch genau wie in Teil 1 von „World of Apes“ beklagt auch hier der Künstler den selbstzerstörerischen Wahnsinn einer immer noch überdimensional nuklearbewaffneten Weltbevölkerung.

Das Thema wird durch die rhythmusbetonte Musik adäquat umgesetzt. Es zischt und scheppert und lässt die mittlerweile bekannte Handschrift Moonbooters voll durchschimmern: Wuchtige Beats, melodischer Sound, Breaks an den richtigen Stellen um neuen Schwung zu holen. So macht progressive Instrumentalmusik enormen Spaß.

httpv://www.youtube.com/watch?v=DAwwLDlXxAQ

Die letzten zwei Tracks flashen mich besonders. Im Finale singt der Künstler erstmals selbst, natürlich wohldosiert wie es sich für „Elektronische Musik“ geziemt. Ein klasse Song! Vielleicht erreicht dieses Album nicht ganz den hohen Ratingstatus von „Cosmologica“, doch letztendlich ist „World of Apes (2)“ ein exzellentes Hörerlebnis, auch als bombastisches Dolby-Surround-Album erhältlich. Respekt Mr. Moonbooter!

Will Lücken

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