Musik: MOONBOOTER „Cosmologica“

Nach „Cosmoclimax“ von 2009 startet MOONBOOTER erneut von der idyllischen Eifel aus in die unendlichen Regionen des Weltraums und übertrifft meine Erwartungen mehr als ich mir in den kühnsten Träumen ausmalte. Hier liegt definitiv das beste Electronic-Album der Gegenwart vor! Ein endgeiles Klangabenteuer, erfrischend positiv, jedes einzelne Stück ein echter Trip in den Orbit. Was für ein Hammer-Album!

Doch fangen wir zunächst mit dem Intro an: Nun ja, hier geht es recht ominös zu, halt ein typischer Eröffnungstrack, der sehr spannend auf etwas Großes hindeutet. Oh ja, jetzt geht’s los! Zum Auftakt in ein neues Jahrzehnt ein passend gewählter Titel: „2011“ ist einfach phänomenal. Hier springen mir die Synapsen durch. Hätte ich nicht gewusst von wem die CD ist, die gerade im Player rotiert, würde ich vermuten: die Neue von ENIGMA. Absolut höchstes Niveau mit voluminösen Drums und atemberaubenden Soundsequenzen. Da fliegen mir die Meteoriten um die Ohren … und dann diese köstlichen Breaks, perfekt plaziert um neue Kraft zu schöpfen: MOONBOOTER klopft an der Himmelspforte!

Soll’s das gewesen sein? Von wegen, es geht immer weiter, himmlisch aufwärts, den Sternen entgegen. Doch zunächst eine Zwischenlandung auf dem Mond im Meer der Ruhe, auch dieser Song ist echt überwältigend. Somit reiht sich ein grandioses Stück an das nächste. Atmosphärisch, wuchtig, melodisch und ziemlich vordergründig. Hier komponierte und produzierte Bernd Scholl als gäbe es kein Morgen. Man spürt die Liebe zum Projekt bis ins kleinste Detail, erstmals mit Gitarrenklängen, die er selbst beisteuerte. Als wäre das nicht üppig genug, noch ein ganz spezieller Spaß, wie in „Mondkanone“, wenn eine charmante Mädchenstimme das Märchen von ,Peterchens Mondfahrt’ erzählt.

Nach dem sphärischen und dennoch sehr abwechslungsreichen Track „The Carrousel“ würde ich gerne mal durchatmen … allerdings nicht der Musiker, denn der legt jetzt erst richtig los, zumindest was die Anzahl der bpms angeht, volle Schubkraft voraus. Dennoch flaut nach meinem persönlichen Geschmack in diesen zwei, drei Highspeed-Tracks die Faszination etwas ab, was aber durchaus keinen Einfluss auf den Gesamteindruck des Albums hat. Es ist und bleibt ein Kontinuum der extraordinären Klänge über 72 Minuten, aufgeteilt in 12 Tracks.

httpv://www.youtube.com/watch?v=GBqsUsgXGTo

MOONBOOTER hatte die Messlatte in seinen letzten zwei Alben schon recht hoch gelegt. Doch mit „Cosmologica“ setzt der Elektroniker aus der Eifel seinen Höhenflug erst richtig an und liefert ein geniales Meisterstück. Alle, die der Uraufführung im Planetarium Bochum nicht beiwohnen konnten, haben was verpasst. Allerdings verdient dieses Album viel mehr als das. Konzerte in den Planetarien von München, Hamburg, London oder Paris wären ein würdiges Ambiente. Musik und Visionen in Vollendung. Beim Jupiter, lass es möglich sein!

Will Lücken

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