Musik: Moonbooter Cosmoclimax

Schon bei der Live-Aufführung im Februar 2009 im Planetarium Bochum war mir klar: MOONBOOTER will das Universum erobern – auf friedliche Weise versteht sich. Das Album ist der Hammer! Selten habe ich eine so intensive Space-Odyssee erlebt. Eine grandiose Mixtur aus elektronischen und akustischen Klängen, die den Hörer in die entferntesten Winkel unserer Galaxie entführt. Doch bevor Sie sich abwenden, lieber Leser, mit dem Argument „Spacemusic ist nicht meine Welt“ lassen Sie mich doch ausreden: Schon zu Beginn der Reise wird klar, wohin die musikalische Richtung führt, nämlich in die melodisch-rhythmische Klangwelt, die auch SCHILLER zu internationalem Erfolg verholfen hat.

Moonbooter

Auf geht’s zu den Sternen. Track 1 „Envolved Signs“ ist so unwiderstehlich, dass ich das Raumschiff nicht verlassen möchte. Es gibt kein Zurück, warum auch? Eigentlich hätte Track 3 „Prelude“ als Intro dienen müssen, gemächlich und düster wie ein gigantischer zirkulierender Meteorit bewegt sich die Musik durch das dunkle Weltall. In „Chill Me“ geht es rhythmisch treibend und strahlend hell der Sonne entgegen. Fast schon radiotauglich, wenn nicht diese einzigartigen Breaks wären, mit einer männlichen Erzählstimme aus dem Off. Der Song „Dark Dark Heart“, mit dem außergewöhnlichen Gesang von Kate Lesing, mutet zunächst eine esoterische Richtung an, bis es plötzlich in eine nahezu massive ProgRock-Numer mit E-Gitarrenschlag mutiert. Überhaupt, die Verwandlung innerhalb der einzelnen Tracks ist dem Musiker Bernd Scholl absolut reizvoll gelungen. „Life On Other Planets“ strotzt vor hypnotischer Songkonstruktion. Vorbei geht es an den Ringen des Saturns … unsere Raumfähre weicht geschickt den umschwirrenden Eisbrocken aus … gelangt in ein pulsierendes energetisches Kraftfeld, das der Rakete neuen Schub verleiht. Das macht Spaß, da tanzt die gesamte Crew! Oder „Spaceborn“, majestätisch wie die Galactica zieht dieser Song durch die endlose Sphäre, erreicht kontinuierlich neue Dimensionen, immer höher, immer weiter, eskortiert von einer weiblichen Ethnostimme.

Im Finale „In The Dawn Of Evolution“ gleiten wir um den letzten Planeten unseres Sonnensystems … und dann mit voller Kraft zurück zur Erde. Noch mehr Schub, noch mehr Power … zeitlos gut.

Will Lücken

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