Musik: LICHTMOND

Es ist schon eine bemerkenswerte Formation: Die ehemaligen AMBRA Sound-Designer Martin und Giorgio Koppehele, ihre lyrisch ambitionierten Ehefrauen Suna und Gabi, der Schauspieler Thomas E. Killinger, als Geschichtenerzähler, Gitarrist Manuel Lopez sowie die bezaubernden Sängerinnen Meera Fé und Saskia Philips, produzieren ein fulminantes Pop-Epos, das es so in dieser Art noch nicht gab. Das allein ist schon verführerisch genug, doch getoppt werden soll alles noch durch fantastische Animationsclips und später, im Herbst, mit einer Deutschland-Tournee bei „Night Of The Proms“.

LICHTMOND ist in der maximal technisch möglichen Audio- und Bildqualität produziert: In 7.1 Surround Sound werden die Möglichkeiten der Blue-Ray-Disc vollends ausgelotet. Die DVD steht mit 5.1 Surround DTS inklusive Full HD in nichts nach. Auch die „normale“ CD in 2.0 Surround besticht durch seine klangliche Qualität. Ein Animationsteam der Spitzenklasse aus Madrid wurde arrangiert, um eine atemberaubende Parallelwelt zu erschaffen.

Ich habe das Vergnügen dieses Wohnzimmermultimediaspektakel mit passendem Equipment gebührend zu genießen. Geheimnisvoll startet die Musik. Auf geht’s zu den Sternen … allerdings im Animationsfilm in die entgegen gesetzte Richtung. Wir starten in einer fremden Galaxie, umgeben von Millionen Sternen und nähern uns einem blauen Planeten, die „Earth 2“, in der vieles vertraut ist wie auf unserer Heimaterde. Jedoch wird diese „Earth 2“ von zwei Sonnen umkreist, weshalb hier ganz andere Gravitationskräfte herrschen. So sieht man schwebende Bäume, inklusive freischwebender Wurzeln, ein gigantisches Auge aus dem spiegelnden Meer auftauchend, umgeben von skelettartigen, undefinierbaren Skulpturen. Dann gleitet eine prunkvolle, fliegende Gondel durchs Bild, wo majestätisch thronend eine schwarze Katze ihr groteskes Reich begrüßt. In anderen Clips bewegen sich metallene Flugfische mit breiten Flügeln über rotem Wüstensand oder ein menschlicher Körper, von Kopf bis Fuß aus glitzernden Luftblasen bestehend, tanzt zum Rhythmus der Musik. Später, wenn der weiße Lichtmond die schwarze Nacht erhellt und die sonore Stimme des Erzählers von des Mondes Strahl erzählt, nähern wir uns einem feuerspeienden Vulkan und danach tauchen wir ein in die unbeschreibliche Unterwasserwelt dieses Planeten. Diese Welt ist von Menschen unberührt und der Zuschauer kann sie in Ruhe genießen. Stets ist die Musik dominierend, sie ist das Drehbuch, bestehend aus atmosphärischer Ambient-Pop-Music, sehr melodisch und sogar tanzbar. Für SCHILLER-Fans unumgänglich, für alle anderen sehr empfehlenswert. Mein persönlicher Favorit: „Ich und Du“, einfach hammerstark! Wo andere ihren Zenit in weite Flächensounds mit Meeresrauschen setzen, fängt bei LICHTMOND die Musik erst an. Lupenreine Gitarrensoli, femininer Gesang und sattes Rhythmusgerüst. LICHTMOND ist ein spektakuläres Ereignis auf unbestritten hohem Niveau.

Will Lücken

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