Musik: KonFerenz – In Flagranti

Heute hab ich mir die neue CD des (für mich bis dato völlig unbekannten) Newcomer-Duos „KonFerenz“ in gebührender Lautstärke meinen verwöhnten Lauschern zugeführt und bekam in flagranti Besuch von meinen direkten Nachbarn: Der fette Bass wummerte offenbar durchs gesamte Gebäude! Okay, mein Wände mögen nicht subwoofergeprüft sein, aber muss man deshalb gleich mit der Tür ins Haus fallen? Egal, für Bassliebhaber ist diese Platte ein Fest, für meine Nachbarn absolut nervtötend … Und schon sind wir mittendrin in der Rezension dieses suspekten Objekts.

KonFerenz - In Flagranti Marc Bornée an Gitarre und Bass, Joachim Krohn an den Keyboards beherrschen bravurös ihre zahlreichen Instrumente. Mit den Gastsängerinnen Chinaza und Lisa Da Costa modulieren sie ein Art NuJazz/Lounge-Music mit aufrichtiger Spielfreude. Dennoch schaffen sie es nicht (zumindest bei mir) die Flamme der Begeisterung zu entfachen.

Zu oft werden die, im Ansatz durchaus gelungenen Tracks, Opfer ihrer Virtuosität und versemmeln am Ende dadurch das ganze Stück.

Grundsätzlich empfehle ich dieses Album Liebhabern von Modern Jazz Music. Wer als Electronicfreak auf „DePhazz“ steht, auch mal über den Tellerrand schaut und die Vorzüge einer fett gezupften Bassgitarre, moderate Saxophonklänge und soulige Frauenstimmen toleriert, wird sicherlich ob der vielschichtigen Klangmalerei seine Freude haben.

Wahrscheinlich auch den Lautstärkeregler hier und da mal über Norm auspendeln, allerdings sei Vorsicht geboten: vor unerwünschten Nachbarbesuchen.

Will Lücken

Ein Gedanke zu „Musik: KonFerenz – In Flagranti“

  1. Nichts darf man so richtig laut, dass verstehe ich nicht. Herzhaft lachen musste ich über das wummern, so wie du es beschreibst lieber Will.

    Von dir kann ich noch lernen, eben das man seine Ohren ruhig mal mit was neuem verwöhnen darf, merkwürdig, ich höre so viele gute Musik, aber oft nur einmal, und dann überlegt man lange, wer war das bloß, wer hat mir da eine Melodie ins Ohr gesetzt die ich den ganzen Tag nicht mehr los bekomme.

    Mal was neues probieren, den Gedanken nehme ich mal mit auf den Weg, viele Grüße, Fred.

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