Musik: Kate Bush – 50 Words For Snow

Stell‘ dir vor: Es ist Winter, eine romantische Cottage irgendwo in England, schneebedecktes, stilles Land … knisterndes Kaminfeuer, der warme, resonante Klang eines Klaviers erfüllt den Raum und eine einzigartige Elfenstimme lockt dich ans Fenster, wo sich im Halbdunkel die zitternden Flammen vom Kamin widerspiegeln.

Das ist die Stimmung, die Kate Bush in ihrem neuen, prätentiösen Meisterwerk „50 Words For Snow“ verbreitet. Wer noch „träumen“ kann, wird sich auf Anhieb in diese Musik verlieben. Alle anderen werden dennoch staunen, ob der musikalischen Kostbarkeit. In neun, elf oder dreizehn Minuten langen Stücken offenbart uns die Künstlerin eine verwunschene Klangwelt, die sich vollkommen abhebt von allen üblichen Hörgewohnheiten und erstaunlicherweise mit wenig Elektronik auskommt. Akustische Instrumente dominieren. Teilweise minimalistisch, wenn Kate sich nur am Klavier begleitet sowie im anspruchsvollen Duett mit ihrem 13-jährigen Sohn, manchmal pompös, wenn sich Gastsänger und Musiker von Rang und Namen die Ehre erweisen, vielleicht kompliziert, stets aber edel und das Merkwürdige ist: Du willst immer weiterhören, du kannst kaum widerstehen, obwohl es gar nicht deine Absicht war.

Die Texte entführen dich an den Lake Tahoe in Nevada, wo Fabelwesen unter Wasser leben. Sie erzählen ganz profan von der Liebesbeziehung mit einem schmelzenden Schneemann oder eines wilden, furchteinflößenden Mannes aus der Eiswüste oder von 50 Wörtern für Schnee.

Man muss kein Fan von Kate Bush sein, ich mochte sie erst seit „Aerial“ aus 2005, aber diese neue Platte hat was, das man mit Worten nicht erklären sollte. Ich bin sprachlos … und lausche … und träume …

Will Lücken

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