David Helpling & Jon Jenkins: Treasure / The Crossing (2010)

Setz dich ins Flugzeug, direkt ans Fenster und genieße den Sonnenaufgang in 10.000 Metern Höhe. Hier oben muss die Musik der beiden amerikanischen Filmkomponisten geboren worden sein!


Im gebündelten Strahl der Morgensonne schimmern zwischen cyanblauem Himmel und blassroten Wolkenfeldern subtile Klänge von faszinierender Schönheit, nicht zu überschwänglich, fast schon dezent und immer ambient. Willkommen in der fabelhaften Welt von David Helpling & Jon Jenkins. Wer dazu vorgefertigte Bilder braucht, sollte mal einen Blick in die zahlreichen Videoclips auf YouTube probieren. Von Science Fiction bis Naturbeschallung ist alles vertreten.

Zu Beginn seiner Karriere war der heute 43-jährige Pianist David Helpling musikalisch geprägt von U2 und Björk. Irgendwo dazwischen lag sein Stil bis er im Jahr 2007 auf den Pink Floyd inspirierten, gleichaltrigen Keyboarder Jon Jenkins traf. Mittlerweile genießen die beiden in den USA ein beachtliches Renommee als Pioniere einer malerischen Ambientmusik. Zwei Studioalben sind das Resultat dieser Kollaboration. Wer sich darauf einlässt, hat schon mal die schwierigste Barriere überwunden.

Die Musik ist eine anspruchsvolle Mixtur aus New-Age, Jazz und Electronic. Schon bei einem Titel wie „Treasure“ spielt sich vor meinem inneren Auge folgende Szene ab: Ätherische Klangflächen, zarte Pianotöne, die wie Regentropfen am Fenster perlen, dichter Hall, grandiose Weite, wo ein Adler zum Flug ansetzt und irgendwo über den Canyonlands durch die Bewegung seiner Schwingen einen mächtigen Sound projiziert, der mit wuchtigen Trommeln und schmetternden Gitarren eine pompöse Götterdämmerung einleitet. Fantastisch, doch immer dezent dosiert bis zum entspannten Ausklang.

Empfehlen möchte ich die beiden Alben „Treasure“ und „The Crossing“, denn die enorme Ausdruckskraft sämtlicher Kompositionen sollte man sich nicht entgehen lassen. Vielleicht helfen ein paar Anspieltipps zum Kennenlernen: „This Day Forward“, „The First Goodbye“, „Two Paths“ oder „The Same Sky“. Manchmal frage ich mich, wie viel Film vertragen diese Soundtracks überhaupt? Diese Musik genügt ganz und gar sich selbst. Sie ist stimulierend und transportiert dich an andere Orte, ohne dass du das bequeme Sofa verlassen musst, und nebenbei gesagt, ein Genuss über Kopfhörer, auch Bass- und Höhenlautsprecher. Ganz großes Kino!

8 Gedanken zu „David Helpling & Jon Jenkins: Treasure / The Crossing (2010)“

  1. Hi Will,

    habe gerade Deinen Musiktip auf FB gelesen und höre gerade die Proben auf itunes. Gefällt mir sehr gut. Werde mir wohl beide Alben zulegen.

    Noch ein schönes Wochenende

    Viele Grüsse

    Bernd

  2. Geht gut in die Ohren. Schade, dass sie nicht auf Bandcamp vertreten sind. Das ist meine bevorzugte Plattform für Online Käufe, und zwar wegen der verlustfreien Komprimierung (FLAC).

  3. … manche Musik hat es sich verdient als CD gekauft zu werden, allein das Cover von „Treasure“ zeigt ein Wahnsinnsmotiv einer Riesenhöhle. Auf der Homepage gibt’s den Hinweis, dass die beiden Platten als „Best Cover“ und „Best Electronic Music“ prämiert wurden http://www.deepexile.com

    1. Oh, ich dachte, die gäbe es nur als DL. Klar, du hast sowas von recht. Ich kaufe Musik auf CD, wann immer es möglich ist. Das hat verschieden Gründe, fängt dabei an, dass ich Musik durchaus noch einen Wert an sich zubillige und endet beim Prinzip der „Datensicherung“ meiner Musiktitel. Wenn meine mp3 Sammlung aufgrund eines Festplattencrashes weg wäre, man würde mich seit langem das erste mal wieder heulen sehen. 🙂 Und es soll mir niemand erzählen, er mache regelmäßig und systematisch Backups von seinen mp3 Verzeichnissen.

  4. Hab mir ‚Crossing‘ & ‚Found‘ bestellt und bin restlos begeistert !
    Diese Musik ist ja nahezu unerreicht; selten hab ich solche Klänge gehört aus dem ganzen Bereich Electronic die mich ja nahezu umhauen.
    „Setz dich ins Flugzeug…“ – wie recht du hast.
    ADORABLE !!!

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