Moonbooter: „Zeitenwende“ (2013)

Wer fantasievolle, musikalische Themenparks mag, um abzuschalten von den Sorgen des Alltags, ist bei Moonbooter bestens aufgehoben. Spannungsbögen aufzubauen und fremde Klangwelten zu erforschen, wie einst in der spacigen „Cosmophonica“-Trilogie oder der Endzeitserie von „World of Apes“, darin versteht sich der Electronic-Explorer aus der Eifel ausgezeichnet gut. Auf „Zeitenwende“ setzt er mit ungeminderter Stärke seine Arbeit fort.
Wie das Cover schon andeutet springt Bernd Scholl kopfüber ins Ungewisse auf den Spuren neuer, chilliger Sounds. Es ist ihm hervorragend gelungen, mehr noch, für mich ist es sein bestes Album. Erstmalig tragen alle Songs deutsche Titel. Ein Konzept ist nicht zu erkennen, jeder Song spricht für sich. Es gibt keine Reminiszenzen an „Schiller“ oder andere artverwandte Musiker. Es ist Moonbooter pur. Nach einem düsterem Intro geht es
„Schnurstraks“ in eine recht abwechslungsreiche Landschaft. Moonbooter agiert wie ein Jongleur der Klänge, er fügt geschickt die akustischen Spielbälle in harmonische Schablonen, sodass jedes Mal der perfekte Song entsteht. Schon beim dritten Track klebe ich an der Repeat-Taste. Was für ein wundervoller Song: „Noch ein Tag“ ist Balsam für die Ohren, wie ein schöner Tag, den man nicht vergisst. Es folgt das traumhafte „Im Klang der Ruhe“. Ein weiterer Höhepunkt:  „Was bin ich?“, düstere, treibende Beats, hypnotisch, stark. Mein persönlicher Favorit: Das charismatische „Spiegelblick“ , druckvoll und verträumt zugleich. Man muss kein Moonbooter-Fan sein, wer melodische Electronic mag wird dieses Album lieben.

httpv://www.youtube.com/watch?v=vTfKxbON9Xo

 

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