Moonbooter: „Cosmosonic“ (2018)

Seit über drei Jahren hat mich kein Moonbooter-Album so überzeugt wie die neue „Cosmosonic“. Endlich gibt es wieder den Moonbooter, der Pioniergeist und Retro perfekt miteinander verbindet. Schon der zweite Track „Caught by Melancholy“ flasht ungeheuerlich. Ein warmer, fulminanter Instrumentaltrack mit Gitarrenklang und fettem Arrangement … einfach zum Niederknien! Wie lange habe ich auf so ein Glanzstück von ihm gewartet? Doch damit nicht genug, es geht volle Kraft voraus: Das unwiderstehliche „I Remembered Tomorrow“ bohrt sich gnadenlos in die Gehörgänge ein. Früh kristallisiert sich: Die Drum-Programmings im gesamten Album sind ein starkes Fundament. Wer Moonbooter kennt, weiß auch, dass es oft und gerne rhythmusbetont zur Sache geht.

Es ist schon eine Crux, wenn man sich in seinem Sessel auf einen vermeintlich relaxten Musikgenuss einstellt und plötzlich der Wind um die Ohren braust – und Finger und Füße nicht stillhalten können. Wenn dann noch die hübsche Dame im Astronautenlook zum Trip in die Zeitmaschine einlädt ist der Drops gelutscht. „Cosmosonic“ ist ein geiles Album! Klingt an den richtigen Stellen sanft und gleichzeitig sehr kraftvoll. Die meisten Titel starten sphärisch, sodass man abdriften möchte und kaum ist man mitten drin, stehst du auch schon auf der Tanzfläche! Da das Album in der unkomprimierten, originalen Studioauflösung von 48kHz und 24 Bit erhältlich ist, überzeugt auch der massive Sound. Allerdings fällt bei mir persönlich ausgerechnet der längste Track „Cosmic Thunder“ durch. Er soll eine Hommage an die Zeiten des Krautrocks sein, womit ich leider nichts anfangen kann. Egal, das Album ist wohl eher eine Reise durch die Zeit als zu den Sternen, doch die zwei atmosphärischen Songs „Inside Space“ und „Outside Space“ halten was sie im Titel versprechen – genial. Im letzten Track „Follow Me“ erschallt der verklärte Gesang von Bernd Scholl himself aus dem Off, um sich später mit wummernden Beats und starken Sequenzen zu vereinen. Die neue „Cosmosonic“ knüpft nahtlos an die erfolgreiche Zeit der „Cosmologica“-Ära an. Macht echt Spaß!

2 Gedanken zu „Moonbooter: „Cosmosonic“ (2018)“

  1. Tolle Rezi!! Das hört sich vielversprechend an. Die letzte CD von moonbooter ,schwarzmond‘ gefiel mir gar nicht so. Diese scheint ja sehr abwechslungsreich zu sein.

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