Mars Lasar: Utopia (2017)

Als der Kalifornier Mars Lasar 1993 sein erstes opulentes Werk „The Eleventh Hour“ auf den Markt brachte, schlug es ein wie eine Bombe (natürlich nur bei denen, die das Album und den Musiker kennen). Ich möchte fast wetten, dass bis heute sein Bekanntheitsgrad kaum den amerikanischen Kontinent überschritten hat. Wie dem auch sei. Der vielseitige Künstler hatte auch seine schwächelnden Phasen, seit Ende 2000er verzettelte er sich immer mehr in diversen Stilrichtungen. Von Jazz, Pop und Worldmusic bis Meditationsmusik war nichts vor ihm sicher, was niet- und nagelfest war.

Der Multi-Instrumentalist schöpfte alles aus, egal ob es am Ende eine ertragreiche Ernte gab. Nach mittlerweile über 30 Alben erscheint nun endlich wieder ein herausragendes Werk, das sich zu hören lohnt. Dazu müsste man zunächstmal seinen Stil erklären. Mars-Lasar-Musik klingt so, als würde eine komplette Big-Band spielen – vom fetten Drumset über Gitarren und Bläsern – doch stets von chilligen Keyboards dominiert. Auch das neue Album „Utopia“ klingt wie ein riesiges Multiplexkino mit elf unterschiedlichen Kinosälen – für jeden Song ein Saal. Jeder Track bietet cineastische Hörkunst – opulent, emotional, optimistisch und anspruchsvoll. Mars Lasar ist ein unerschöpflicher Melodienfinder wie nur wenige Künstler auf dieser Erde. Es reiht sich ein meisterlicher Song nach dem anderen – von immenser Kraft und zugleich entspannter Qualität. Phänomenal!

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