Jens Buchert: „Cosmic Port“ (2014)

Das Album beginnt mit einem außergewöhnlichen Titel: Femininer, sakraler Gesang, Pianoflocken schneien aus dem Off und verschmelzen sich mit sanften Basswalzen. Das Tor zum Cosmic Port öffnet sich gemächlich. Jens Bucherts neue CD präsentiert elektronische Klangskulpturen von meisterlicher Hand entworfen. Eine Galerie unterschiedlicher Stilelemente von Spacemusic bis Chillout, von spannender Mystik und kernigen Grooves.

Das mystische Feeling kommt wie gesagt besonders in der Ouvertüre zur Entfaltung oder später bei „Neptunia“, ein pulsierend-spaciges Sahnestück, das herausragend in der Milchstraße glänzt. Nicht weniger expressiv und elegisch „E-Suite“ oder „Synthetic Juice“. Jens Buchert läßt seine Musik einfach fließen und es entwickelt sich wie in einer Metamorphose ein Song, dessen stilistischer Charakter nicht spontan zu erkennen ist. Da kommt dann plötzlich so ein überraschender Titel wie „In My Garden“ und du bist mitten in einem ultrahammerfetten Groove, der jeden Menschen auf diesem Planeten zum rhythmischen Bewegen animiert. Direkt gefolgt von „Lazy Age“, wo dich der Hammer-Groove noch kräftiger packt.
Auch bei „Lakelectric“ weiß man wieder nicht, wohin die Reise geht, bis schließlich luftig-leichte Beats, prickelnde Pianotupfer und Naturgeräusche so was wie Frühlingsgefühle entfachen. Es ist schon bewundernswert, wie sich die Songs entwickeln. So auch „Raumhafen“ ein bisschen Cello, organischer Flächensound, pulsierender Downbeat, einfach herrlich.
Ich könnte jeden einzelnen dieser 17 Tracks hervorheben, denn hier funktioniert jeder Song unabhängig für sich. Das Album ist randvoll mit prächtigen Electronic-Songs gefüllt und gehört unbedingt in jede Sammlung von Liebhabern dieses Genres.

9 Gedanken zu „Jens Buchert: „Cosmic Port“ (2014)“

  1. Ein Tipp von dir führt mich nahezu immer direkt in den iTunes-Store und zum Kauf. Somit ist dein Blog das für mich teuerste im Web. 😉

    Hier hat’s für meinen Musikgeschmack allerdings nicht gepasst. Ich empfinde die Songs als eher belanglos. Gute Melodien habe ich nicht gefunden – nur Klanggebilde, die wohl irgendwie schön sein und zum Kauf animieren sollen.

    Du hast Buchert ja schon mal empfohlen. Seit dem liegt „Hermetic Laws“ in meiner Library.

    Morgengrüße

    Jörn

  2. hey, freut mich sehr, dass der rezensent meine musik und die viele energie da drin verstanden und gelobt hat! menschen, die in meiner musik keine melodie hören und sie belanglos finden, sollten zum ohrenarzt gehen oder sind in ihrem bewusstsein einfach noch nich soweit 🙂 es gibt aber auch einzelne aus meiner branche, die aus strategie sich die mühe machen, neue releases von anderen künstlern schlecht zu machen. ich hoffe da draussen gibt es noch genug offene und empfängliche menschen, die meine musik schätzen – für genau die habe ich sie komponiert! 🙂

    1. Hi Jens,

      ich mag durchaus einige deiner Songs – nur die auf dem neuen Album sind nicht so meins. Aber vielleicht bin ich ja wirklich „noch nicht so weit“. 😉

  3. Hi Jörn, ich kann deine „Kritik“ nicht nachvollziehen. Die Platte ist randvoll mit tollen Melodien. Das hört sich so an, als würde draußen die Sonne scheinen und du sagst es regnet. Na klar, ist halt Geschmacksache.

      1. Lange habe ich gezögert, um in diesem Strang über ATB zu schreiben. Na klar kenne ich den. Sein neues Album „Contact“ ist zwiespältig: Einerseits total mainstream bis nervig, andererseits chillig und melodisch, dennoch fehlt die Raffinesse, das Gefühl.

        1. Hab jetzt reingehört. Muss ich nicht haben.

          Nebenbei mag ich auch noch Armin van Buuren. Da vor allem den Titel „Unforgivable (First State Remix Edit)“

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