Fayzen: Meer (2013)

Eigentlich segeln doch alle neudeutschen Songwriter im gleichen Fahrwasser den Strom abwärts. Nur einer nicht: Fayzen will Richtung Meer. Eigentlich hatte ich nichts Neues mehr erwartet in der Szene, entweder rappen sie alle oder schmettern mit der Klampfe. Nur einer nicht: Fayzen macht innovative Songwriterkunst.

Der in Hamburg geborene Sohn iranischer Eltern haucht mit fast gebrochener Stimme tiefgründige Texte auf minimalistische Melodienbögen und erzeugt dadurch eine prickelnde Stimmung. Dass er hin und wieder den Rapp rauslässt ist verzeihlich, schließlich ist es das Ventil der Jugend. Allerdings gehört Fayzen nicht zu den typischen Ghetto-Rappern, schon allein seiner Biographie wegen (war mal Tennisspieler und Theologiestudent). Wenn der 30jährige Künstler in Songs wie „Rosarot“ oder „Joya“ wie ein Schlafwandler im Morgentau schlendert, dann ist das eine Sternstunde am dämmernden Songwriterhimmel. Noch genialer sind die lockerleichten Hookline-Nummern wie: „Ruhe“ oder „Bist du wie ich“ und viele mehr. Selten so was Motivierendes, Inspirierendes gehört. Das Fundament jedoch, das all seine Texte so brilliant glänzen lässt, ist die wunderbare Musik.

httpv://www.youtube.com/watch?v=TmLGSeLtim4

 

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