Depeche Mode: Delta Machine vs. David Bowie: The Next Day

Depeche Mode, die Pioniere der Post-Punk-Ära, zählen zu den wichtigsten Bands der modernen Pop-Musik. Um den legendären David Bowie war es recht still geworden in den letzten Jahren. Beide Künstler veröffentlichen im Vorfrühling 2013 ihre neuen Alben. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich in ein Wespennest setze, möchte ich mich dennoch kritisch zu den beiden CDs äußern.

BowieNach etlichen Jahren endlich wieder ein neues David-Bowie-Album und ich finde einfach keinen Zugang. Mir erschließt sich die Musik nicht. Lediglich ein Titel, und zwar das melancholische „Where Are We Now“ berührt mich. Alle anderen Songs wirken auf mich wie eine Konfetti-Party in der Klappsmühle. Zwischen Ablehnung und Respekt schwanke ich hin und her.

Kaum besser geht’s mir bei der neuen Platte von Depeche Mode. Hardcore-Sound für Hardcore-Freaks. Eingängige Melodien sind auch hier Mangelware. Nichts tangiert nicht meine Seele. Ich weiß, dass Depeche Mode mit ihrem metallisch-schmeckenden Elektropop nicht bei jedem Electronic-Fan das gleiche Interesse wecken. Ich weiß, dass der exorbitante Alternative-Rock von David Bowie nicht jeden Rocker verzückt. Geschmack hin oder her. Hier scheiden sich die Geister. Bowies gesellschaftskritischen Texte sind zwar gut akzentuiert, aber die schrägen Kompositionen auf „The Next Day“ sind gelinde gesagt schwer verdaulich. Es sind beides Alben mit gewöhnungsbedürftiger Rockmusik – nur für Fans gemacht. Vielleicht hat die Neue von Depeche Mode sogar die Nase vorn. Dass sich auf „Delta Machine“ kaum tanzbare oder melodische Titel befinden geht wohl in Ordnung, Songwriter Martin Gore wollte seinen Egotrip durchsetzen. Dennoch wirken die kuriosen Songstrukturen ziemlich strapazierend. Okay, „Heaven“ klingt ja noch ganz nett. Mein Fazit: Würden statt Depeche Mode oder David Bowie andere Künstlernamen auf den Covers prangen, würden beide Alben ziemlich tief im Verkaufsranking stehen.

2 Gedanken zu „Depeche Mode: Delta Machine vs. David Bowie: The Next Day“

  1. „Für Fans“ stimmt schon. Zu Depeche Mode kann ich nichts sagen, aber von Bowie habe ich mir die CD (Hardware!) gekauft. Wenn man, wie ich, schon zu den Zeiten von Ziggy Stardust auf unserem Planeten herumgestiefelt ist, hat man einen anderen Zugang zu Bowies Musik, als wenn man sie erst in der heutigen Zeit als „Rockgeschichte“ kennen gelernt hat, glaube ich. Auf dem neuen Album kann man viele Anklänge an frühere Epochen finden, von Alladin sane über Heroes und Scary Monsters bis Reality. Trotzdem finde ich nicht, dass er sich selbst kopiert. Auch den Sound mag ich, der ist irgendwie zeitlos, mit den Mitteln von heute, aber weder retro noch allgemeinen Trends folgend. Ich finde viele schöne Melodien auf diesem Album. Sie sind aber immer so gestaltet, dass sich nie ein typischer Radio-Hit daraus ergibt, finde ich. Also – ich mag’s!

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