Coldplay: „Ghost Stories“

Eigentlich war COLDPLAY nie die typische Rockband, dennoch wird das neue Album die Fangemeinschaft spalten. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Apropos … schon zu Beginn klingt der Sound irgendwie andächtig, völlig anders, als man von einer Rockband erwartet. Es folgen neun entspannte musikalische Kunststücke, die aneinandergereiht wie aus einem Guss klingen. Die „Ghost Stories“ offenbaren poetische Träume. Das wird so manche Rockfans garantiert nicht schmecken.

Als Chillout-Liebhaber bekomme ich jedoch ein Festmahl anspruchsvoller Popmusik mit Elektronikeinflüssen von einer vermeintlichen Gitarren-Rockband serviert. In geschmeidigen Balladen intoniert Chris Martin mit klarer Kopfstimme die schwebenden, leicht rhythmischen Songs. Offenbar beschreiben sie seinen Gemütszustand nach der Trennung von Lebensgefährtin Gwyneth Paltrow. Nicht nur „Midnight“ klingt nach dunkelgrauen, verhangenen Himmel, aber nicht traurig. Das hat was von Tiefe und Atmosphäre, die ich von einer Rockband nicht erwartet habe. Lediglich der vorletzte Track „Sky Full Of Stars“ lässt die Membranen der Lautsprecher kräftig vibrieren. Ein enthusiastischer Song. Doch schon im nächsten Stück wird es wieder besinnlich. Ein phänomenales Album endet wie der Abschied vor einer langen Reise. Bin mal gespannt, wie solche Musik bei den Fans ankommt. Für mich ist es „Magic“.

Videoclip -Magic-
https://www.youtube.com/watch?v=0oxZp5Emf1k

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