Clueso „Stadtrandlichter“ (2014)

Neugierig hat’s mich schon gemacht. Was hat einer der angesagtesten deutschen Liedermacher auf seiner neuen Platte zu bieten? Zugegeben, als Electronicliebhaber hatte mich Clueso bisher nicht unbedingt geflasht – entgegen all der Lobhudeleien in der deutschen Medienlandschaft. Und siehe da, gleich der erste Track bestätigt meine Skepsis. Doch was passiert dann? Das zweite Stück „Freidrehen“ ist ja plötzlich was ganz anderes, als das ich von einem deutschsprachigen Liedermacher erwartet habe. Nicht nur der Refrain ist der Knaller, der kontroverse Aufbau des Songs ist das, was man gemeinhin als innovative Songwriterkunst bezeichnen darf. Holla die Waldfee, der Bursche hat’s voll drauf.

„Vorher hatte ich immer einen Produzenten und musste dem in einer Fantasiesprache erklären, was ich gerne hätte. Bei meinem erstmalig allein produzierten Album wollte ich die gleiche Sprache sprechen. Schlussendlich macht mich die Veröffentlichung stolz, weil ich bei der Entstehung so viel dazugelernt habe“, sagt der 34jährige Künstler.
Mir persönlich gefallen natürlich die Titel, die mit Keyboardeinspieler bestückt sind. Das erzeugt mehr Atmosphäre und Vielfalt, so wie ich es eben aus der Chilloutszene kenne und schätze. Die meisten Stücke sind per se die typischen Liedermachersongs, wortgewaltig und viel Gitarrenklänge. Für Fans dieses Genres sicherlich das Mekka. Der Titelsong „Stadtrandlichter“ ist allerdings ein geniales Highlight. Fühlt sich an wie ein Desperado, der im Sonnenuntergang auf einem Hügel seine Stadt besingt. Ebenso das smarte „Lass den Kopf nicht hängen“ oder das fulminante „Galerie“ oder der „Still-Remix“ in R&B-Manier. Zweifellos tolle Texte, tiefe Musikalität, klare Stimme – (mit Abstriche) ein unerwartet exzellentes Songwriteralbum.

Freidrehen
https://www.youtube.com/watch?v=bxFDDSZQfzU>

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