Chilltopia: Musik aus dem Netz

Derzeit habe ich einfach keine Lust mehr, die miserablen CD-Neuerscheinungen mit meinen Kommentaren bei iTunes usw. zu bewerten. Und ich habe auch keinen Bock mehr auf den Abfall der Konservenkultur und kommt mir ja nicht mit den Casting-Shows, wo Hinz und Kunz die angesagten Chartstürmer rauf und runter kopieren. Schon die permanenten Wiederholungen von Michael Jackson oder Kyle Minogue  sind schwer zu ertragen.

Egal, ich möchte endlich wieder was Positives schreiben. Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als in den unteren Reihen meines CD-Regals zu wühlen, um eventuell eine Inspiration zu ergattern, und siehe da: Chilltopia! Vielleicht etwas angestaubt, dennoch eine gute Wahl.

Ich wette, kaum einer kennt diesen Musiker. Ein Grund mehr, um den Künstler via Internet mal genauer unter die Lupe zu nehmen. In „My Own Music“ (eine Plattform, wo Amateurmusiker ihre Songs zum kostenlosen, privaten Download anbieten und Redakteure oder Fans ihre Kommentare hinterlassen) bin ich fündig geworden. In der Sparte „Chillout“ überragt Chilltopia die Konkurrenz um Längen. Wer meine Rezis kennt weiß, wovon ich spreche, weiß, dass ich die Qualitätslatte ziemlich hoch hänge, alles andere kommt mir eh nicht in den Player.

Chilltopia ist atemberaubende Electronica, stilistisch schwer zu kategorisieren, irgendwo zwischen den Stühlen, weder traditionelle „Elektronische Musik“ noch typische „Chilloutmusic“. Chilltopia ist einzigartig. Spritzige Synthiesounds mit Orgeleffekten, warme, weite Flächen, zum Tanzen motivierende Drums, die einen zeitlosen Sound und wellenreitende Klangbilder vor dem inneren Auge konstruieren. Perfekte Ausgewogenheit der technischen Arrangements runden die lupenreine Produktion ab. Ich frage mich, wie kann es sein, dass dieser Teufelskerl keine aktuelle CD im Angebot hat? Hinter dem Pseudonym steckt der Fotograf Udo Berger. Über einen Zeitraum von zehn Jahren hat er etliche Perlen komponiert, die ein hohes Niveau halten. Ich verneige mich vor dem Keyboarder und Gitarristen und rate jedem Musikliebhaber mit Mainstream-Phobie mal ein Ohr für diesen Künstler zu riskieren.

Um den geneigten Hörer eine Vorauswahl zum Download zu erleichtern, empfehle ich folgende Titel:

  • „Why – New York 2001“, eine gigantische Nummer mit einem Groove, der unter die Haut geht. „Reflections“ – eines der spektakulärsten Electronic-Tracks aller Zeiten.
  • „Balearic Night“, „Cry Of Whales“ oder „Heavens Bells“, göttliche Musik, warm wie der Strahl der Sonne. Würde nur ein Radiosender diese Instrumentalsongs spielen, wäre über Nacht ein neues Genre geboren und mit Sicherheit erfolgreich. Weitere Downloadtipps:
  • „We Are Dreaming“, „Déja Vu“, „The Resurrection“, „Meteorite Impact“ oder “Morning Light”

… allesamt anregende, elektronische Highlights mit beeindruckender Atmosphäre und prächtigen Melodien.

3 Gedanken zu „Chilltopia: Musik aus dem Netz“

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