Bryan Ferry: „Avonmore“ (2014)

Von all den Rock-Dinos, die gegenwärtig ein aktuelles Album auf den Markt werfen, ragt der fast 70jährige Bryan Ferry mit einem schnörkellosem Rock-Album doch wohl am meisten heraus. Keine absurden Experimente wie bei David Bowie oder Robert Plant, keine veralterten Endlosschleifen und Resteverwertung wie bei Pink Floyd. Der Gentlemanrocker der 70er und 80er Jahre hat funkelnagelneue Songs komponiert und es zünden die Riffs wie in alten glorreichen Zeiten von „Boys and Girls“.

Vielleicht ist es der Einfluss seines Co-Produzenten und Sohnes Tara Ferry. Auf jeden Fall gibt’s moderne, treibende Rockmusik, mit üppigen Arrangements und geiler Spielfreude. Einziger Kritikpunkt wäre eventuell die ruhigeren Songs, die sich für einen Chilloutfan wie mir nur schwer erschließen, es funkt erst beim dritten Mal – egal, das ist Meckern auf hohem Niveau. Dafür kredenzt Bryan Ferry als letzten Track eine geniale Electronic-Version der Edelballade von Robert Palmer „Johnny and Mary“ zusammen mit dem norwegischen Elektroniker Todd Terje – das haut eventuelle Schwächen wieder voll raus. Klasse Album!

7 Gedanken zu „Bryan Ferry: „Avonmore“ (2014)“

  1. Seit den frühen Roxy Tagen verfolge ich was Brian und Bryan musikalisch machen. Entweder alleine, oder in Kollaborationen. Von Bryan bin ich seit langer Zeit ein „Fan“, aber ich fand seine Stimme auch immer eigen und gut. Seine letzten Soloprojekte fand ich durch die Bank gut, mit einigen Highlights (e.g. „Taxi“). Der Song hier könnte aber auch aus den Roxy Tagen stammen. Was ihn jetzt aber nicht schlecht macht. 😉

    1. … was seine Stimme angeht – da müsst ihr schon das komplette Album hören – sie wirkt an einigen Stellen schon wie die eines betagten Mannes, hoffentlich hält sie die bevorstehende Tournee auch durch.

  2. Für mich ist das der typische „Ferry-Sound“. Ich mag das! einzig die E-Gitarre hätte sich gern zurückhalten können (das sage ich als Gitarrist).

  3. Gefällt mir sehr gut. Die Schlagzeugerin und der Bassist sorgen für einen tollen Groove. Dort, wo sich die Gitarre mit dem Gesang überschneidet gebe ich Jörn recht, das Solo gefällt mir aber. Schöner Song, Bryan Ferry kenne ich auch schon ewig, ich glaube ich habe noch die erste Roxy Music Platte mit Eno. Danke für das Video, man kriegt ja sonst gar nicht alles mit!

  4. Cool, Guy Pratt (David Gilmour, Pink Floyd) spiet bei dem Live-Clip Bass.
    Ich hab mir gerade mal die illustre Runde der Sessionmusiker angeschaut….neben Guy Pratt slappt der Miller Marcus mit und die gitarristische Zusammenstellung aus Nile Rodgers (Chic), Johnny Marr (The Smiths), Steve Jones (Sex Pistols), Chris Spedding und Mark Knopfler hört sich verheißungsvoll an….fehleneigentlich nur Phil Manzanera & David Gilmour (der war wohl anderweitig beschäftigt 🙂 )).

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