Blank & Jones: „Chilltronica No. 4“ (2013)

Erfreulicherweise durfte ich bei der Premiere des Albums im Planetarium Bochum dabei sein. Es war ein großartiges, audiovisuelles Ereignis und das Erstaunliche daran ist: Die CD flasht mich noch mehr als die Show unter der Sternenkuppel. Ein homogenes Konzeptalbum, passend zur Winterzeit mit diversen Künstlern aus der progressiven Electronic-Szene. Auch daheim (am besten mit einer fetten Anlage) könnte es heißen: „ Relax & beam me up, Blank & Jones“.
8 brandneue Electronicals der beiden Kölner Soundtüftler, weit weg vom obligatorischen Strandfeeling: Deep, düster und spannend. Ein Sound, der wie aus einer Nebelwand auftaucht und sein Echo in die Dunkelheit wirft. Extrem bassprotzig und supercool, der Titel „Lion“ von Jamie XX. Doch die wahren Highlights des Albums sind die Vocaltracks. Gesangstitel von einer exorbitanten Qualität, eingebettet in ein Electronicalbum, findet man selten. Wenn es eine innovative Entwicklung in der Kombination Klang und Gesang gibt, dann hier in ,Chilltronica 4’. Herzzerreißend der Song „Wait“ von der französischen Dreampop-Band „M83“ – beginnt wie ein zartes Regentröpfchen und stürzt wie ein tosender Wasserfall auf den Hörer nieder. Kein Wunder, dass dieser emotionale Soundtrack auch im Kinofilm „Oblivion“ oder in der TV-Serie „Under The Dome“ unter die Haut ging. Gute Wahl von Blank & Jones auch der grandiose, ätherische Song „New World“ von den (mir bisher völlig unbekannten) „The Irrepressibles“ oder das geniale „Crazy Epilogue“ von Lulu Rouge. Im Übrigen liefern die beiden selbst mit „The Night Starts Here“ einen sonderlich abgefahrenen Vocaltrack (mit Gastsängern). Jenseits vom Mainstream tun sich wiedermal enorme Welten auf. Somit ist ,Chilltronica 4’ ein ganz besonderes Album.
httpv://www.youtube.com/watch?v=njziLmm7BrM

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