Baltes & Erbe: s-thetic (2015)

Von Stefan Erbe hab ich solche Musik kaum erwartet. Von Steve Baltes weiß ich nur, dass er als Keyboarder bei Ashra mitwirkt. Zwei konträre Electronic-Stile treffen aufeinander und es passt. Entstanden ist ein Ambientalbum der Spitzenklasse.

Der erste fast elfminütige Track „Chromium“ besteht aus der elementaren sowie soliden Rezeptur: weicher Klang und harter Schlag, verträumt und atmosphärisch. Das zieht den Hörer unwillkürlich in seinen Bann. Bemerkenswert auch die Länge der acht Songs, die allesamt miteinander verwoben sind. Analoge Electronicsounds mit teilweise dämonischen Klangflächen und trancigen Drums. Das ist echte Trip-Musik, wie in alten Schulze-Zeiten. Dagegen hebt sich der Titel „Into the Blue“ wegen seiner leichten Melodie deutlich ab. Dieser Ohrwurm könnte (unter Voraussetzung, dass er entdeckt wird) im Radio rauf und runter gespielt werden. Ein brillanter Song! Das 12minütige Titelstück „s-thetic“ klingt dagegen wieder ganz anders, spannend und brachial, wie ein Terminator, der aus der Asche steigt. Das 16minütige „Ultra“ sorgt für trippige, kosmische Relaxation – zum Abheben. Die Ausgewogenheit macht das gesamte Werk zu einer runden, gelungenen Sache. Bei der Premiere des Albums (im Dezember 2014) unter der Sternenkuppel im Planetarium Bochum war der Trip schon mächtig, auf CD oder Mp3 läßt die Wirkung in keinster Weise nach. Ästhetisch und ultrastark.

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