Mars Lasar: Utopia (2017)

Als der Kalifornier Mars Lasar 1993 sein erstes opulentes Werk „The Eleventh Hour“ auf den Markt brachte, schlug es ein wie eine Bombe (natürlich nur bei denen, die das Album und den Musiker kennen). Ich möchte fast wetten, dass bis heute sein Bekanntheitsgrad kaum den amerikanischen Kontinent überschritten hat. Wie dem auch sei. Der vielseitige Künstler hatte auch seine schwächelnden Phasen, seit Ende 2000er verzettelte er sich immer mehr in diversen Stilrichtungen. Von Jazz, Pop und Worldmusic bis Meditationsmusik war nichts vor ihm sicher, was niet- und nagelfest war. Mars Lasar: Utopia (2017) weiterlesen

Fayzen: „Gerne Allein“ (2017)

Schon 2013 ist mir der, in Hamburg lebende Künstler mit iranischen Wurzeln aufgefallen (siehe meine Rezi „Meer“).
Zwei Alben hat Fayzen benötigt um sich (für mich) als bester Songwriter in Deutschland zu etablieren. Die Hip-Hop-Wurzeln hört man immer noch heraus, aber die meisten Titel sind weicher, stiller, ehrlicher Songwriter-Pop ohne Worthülsen und Gute-Laune-Lyrics. Fayzen singt von der Sehnsucht nach Zuhause und der Kraft des Fernwehs. Er gibt dem Kummer einen Namen und der Hoffnung einen Sound. Fayzen, du bist „wundervoll“.

Der Waldläufer: ,Fluidum‘ (2017)

Wer sich mal wieder ein warmes, wohltemperiertes Klangbad gönnen möchte, tauche doch ein in die traumhafte Musikwelt vom „Waldläufer“. Der aus Kassel stammende Künstler produzierte in Eigenregie sein mittlerweile viertes Album und erreicht kontinuierlich mehr Reife und Klasse. Typisch für ihn sind die Vermengung diverser Soundelemente innerhalb der elektronischen Ambient-Musik, das heißt er reichert die edlen Klangcollagen mit Flügelhorn, Querflöte oder Gitarren an. Damit es nicht zu ruhig klingt, bestückt er die Songs mit sanften Percussions. Somit ist das Resultat ein erdiger, chilliger Hörgenuss mit einem Hauch von Smooth-Jazz, der sowohl die „Elektroniker“ als auch die „Akustiker“ befriedigt. Wer die Musik von Helpling & Jenkins oder Patrick O’Hearn mag wird dieses Album lieben. Für mich ist „Der Waldläufer“ so etwas wie die ,next Generation‘ der New-Age-Music. Absolut empfehlenswert!

Peter Ries: „Dronespherism“ (2017)

Schon der Zungenbrechertitel läßt vermuten: Ist das Kunst oder kann das weg? Doch momentmal – der Interpret ist ein alter Hase in Deutschlands Pop-Landschaft. Er hatte schon mit Michael Cretu und Sandra sowie Sally Oldfield zusammengearbeitet, tourte mehrere Jahre mit Sandra durch Europa und trat als Bassist der Band auf. In den 2000ern produzierte er für die „No Angels“. Dann war es viele Jahre still um ihn und er experimentierte mit den Synthies diverse Soundtracks. Das aktuelle Online-Album ist mittlerweile sein zweites Soloprojekt. Es beginnt im Intro sehr spannend und sphärisch … Peter Ries: „Dronespherism“ (2017) weiterlesen

ENIGMA: The Fall Of A Rebel Angel (2016)

Endlich, nach 8 Jahren, ist es soweit. Nur Insider kennen die wahren Gründe der langen Funkstille. Der unsägliche Abriss seines Studios auf Ibiza und diverse private Umstände haben bei Michael Cretu für einen totalen Umbruch gesorgt. Kein Wunder, dass sein neues Album den Titel „The Fall of a Rebel Angel“ trägt. Michael Cretu hat alles auf eine Karte gesetzt … und alles gewonnen! ENIGMA: The Fall Of A Rebel Angel (2016) weiterlesen

SINE: Tiefblau (2016)

15 unterschiedliche Chilloutperlen zum Relaxen und Grooven befinden sich auf der neuen CD von SINE. Allesamt üppig und wohltemperiert produziert von Gitarrist Thomas Hauser, der vor einigen Jahren mit seinem Bruder Jochen die Ambient-Formation SINE gründete. In manchen Tracks kann man abtauchen in das Tiefblau der Meere, manche Songs plätschern wie ein Rinnsal und einige Titel ragen hervor wie der Fels in der Brandung. SINE: Tiefblau (2016) weiterlesen

Schiller: Licht- und Schattentour 2016

Eine bombastische Show sollte es werden in der Kölner Lanxess-Arena. Trifft auch zu, was die Licht- und Lasershow angeht. Noch nie habe ich so eine grandiose, stimmige Lightshow gesehen. Das war Weltklasse!!! Doch was fabrizierte der Künstler Christopher von Deylen in den ersten zwei, drei Tracks? War das gewolltes Warmspielen? War das ein Versuch experimentelle Sounds zusammen mit der neu gefunden Bandcrew zu exerzieren um einen Song zu bilden? Kurios.
Schiller: Licht- und Schattentour 2016 weiterlesen

Stan Dart: Hometown Memories (2016)

Das neue Doppelalbum des Österreichers Stan Dart ist als eine Hommage an seine Heimatstadt Graz zu verstehen. Es erzählt von persönlichen Erinnerungen und historischen Plätzen. Berühmte Persönlichkeiten wie der Komponist und Dirigent Robert Stolz oder auch die österreichische Pop-Band „Opus“ („Life Is Life“) waren einst Bürger dieser Stadt. Stan Dart: Hometown Memories (2016) weiterlesen

Blank & Jones: DOM (2016)

Als wäre dafür der Kölner Dom gebaut: Blank & Jones präsentierten einen stimmigen Electronic-Illuminations-Event in DarkRedBlue-Farben und flirrenden Laserstrahlen. Gott sei gedankt, dass über 50.000 Menschen in drei Nächten im August 2016 diese Show erleben durften. Die dazugehörige CD enthält die gleiche atmosphärische Musik, die im Dom von den beiden DJs, hoch oben aus der Kuppel über dem Altar, dem staunenden Publikum geboten wurde.
Bizarre, sakrale Electronic, warme Klangflächen und der Nonnengesang der Hildegard-von-Bingen-Chöre machen diese Musik zu einem sinnlichen Kunstgenuss. Applaus für die Veranstalter und Daumen hoch für die sensationelle Electronicmusic.

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