Troels Hammer: „The Human Tree“ (2017)

Mit der Formation BLISS hat der Däne Troels Hammer nicht nur die Nationalität und das Label „Music for Dreams“ gemeinsam, auch der Stil des aktuellen Albums ähnelt sehr der afrikanisch inspirierten Ambient-Pop-Music. Mit 53 Jahren veröffentlicht der Pianist erst sein zweites Werk, das jenseits aller Konventionen steht. Aufmerksam wurde ich durch seine wunderbaren Tracks in diversen Compilations, wie z.B. in der „Chilltronica“ von Blank & Jones. Troels Hammer: „The Human Tree“ (2017) weiterlesen

Space One Music

Früher (in den 60er, 70er Jahren) gab es weltweit vielleicht 1000 Bands und sicherlich mehr als 100 Millionen Fans – heute gibt es mindestens 100 Millionen Bands und wieviele Fans? Hinzu kommt, dass das Publikum auch noch ungerecht verteilt ist – und warum gibt es heute immer noch Vorurteile gegen Electronic-Music? Diese Ungleichheit wirkt sich auf die Verkaufszahlen der Musiker aus – aber das ist per se ein anderes Thema!
In ,Will Soundcheck & Reviews‘ stelle ich gerne „Unbekannte“ vor. Mir ist egal, ob der Musiker bekannt und erfolgreich ist. Mir geht’s einzig und allein um Qualität. SPACE ONE MUSIC ist so ein Fall. Den kann man nur über Soundcloud hören oder downloaden. Da gibt’s noch nicht mal ein Album. Der Keyboarder aus Deutschland hat ein paar geniale Tracks produziert. Hier zwei sensationelle Beispiele …

Blank & Jones: „Relax – Edition Ten“ (2017)

Die neue „RELAX“ schmeckt nach salziger Seeluft und fühlt sich an wie warmer, feiner Sand zwischen den Zehen. Der gesamte erste Teil des Doppelalbums ist eine stimmige, homogene Klanglandschaft mit stellenweise tiefen Tauchgängen, wie in den Stücken „Pure Shores“ und „10.000 Emerald Pools“, wo mit dem ätherischen Gesang der Gastsängerin Zoe Dee der Hörer immer tiefer in die Unterwasserwelt gezogen wird, um schließlich später in den anderen Tracks wieder aufzutauchen und die szintillierenden Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche spiegeln zu sehen. In relaxter Aufbruchstimmung geht’s dann auf dem Segelboot zurück in Richtung Küste, begleitet von jazzig angehauchten Pianoklängen und dem zauberhaften Akustikgitarrenspiel des Bruno H. Müller – um dann weit nach Sonnenuntergang in „Wishing“ in der Stille zu reflektieren. Die zweite (Dancefloor-)CD überrascht mich persönlich sehr. Exzellente House-Tracks im Wechsel mit den üblich verdächtigen Volldampfnummern. Blank & Jones: „Relax – Edition Ten“ (2017) weiterlesen

Stan Dart: „Ecclesia“ (2017)

Was würde passieren, wenn man das hochgelobte „DOM“-Album von Blank & Jones irgendwie fortsetzen würde? Der Österreicher Stan Dart hat’s getan und das Resultat ist ein Doppelalbum mit dem Titel „Ecclesia“. Anstelle des Kölner Doms ist hier der Grazer Dom Schauplatz für die sakrale Klangwelt. Doch damit nicht genug, Stan Dart fügt einen Hauch von Enigma-Atmosphäre hinzu. Die Messlatte ist hoch gelegt – das Ergebnis ist grandios!

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Oliver Koletzki: „The Arc Of Tension“ (2017)

Als Wundertüte entpuppt sich das aktuelle Album von Oliver Koletzki. Hatte er sich früher mehr dem HipHop und Techno gewidmet, präsentiert er heute ein atmosphärisches Electronic-Crossover-Output der extravaganten Art. Progressive House meets Ambient meets Downbeat. Alle 13 Titel klingen recht unterschiedlich. „The Arc of Tension“ ist die psychonautische Reise über die verschiedenen Kontinente Olivers Bewusstsein. Jahrzehnte nach der Berliner Schule endlich mal was richtig Neues aus Berlin. Geiles Werk.

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Mars Lasar: Utopia (2017)

Als der Kalifornier Mars Lasar 1993 sein erstes opulentes Werk „The Eleventh Hour“ auf den Markt brachte, schlug es ein wie eine Bombe (natürlich nur bei denen, die das Album und den Musiker kennen). Ich möchte fast wetten, dass bis heute sein Bekanntheitsgrad kaum den amerikanischen Kontinent überschritten hat. Wie dem auch sei. Der vielseitige Künstler hatte auch seine schwächelnden Phasen, seit Ende 2000er verzettelte er sich immer mehr in diversen Stilrichtungen. Von Jazz, Pop und Worldmusic bis Meditationsmusik war nichts vor ihm sicher, was niet- und nagelfest war. Mars Lasar: Utopia (2017) weiterlesen

Fayzen: „Gerne Allein“ (2017)

Schon 2013 ist mir der, in Hamburg lebende Künstler mit iranischen Wurzeln aufgefallen (siehe meine Rezi „Meer“).
Zwei Alben hat Fayzen benötigt um sich (für mich) als bester Songwriter in Deutschland zu etablieren. Die Hip-Hop-Wurzeln hört man immer noch heraus, aber die meisten Titel sind weicher, stiller, ehrlicher Songwriter-Pop ohne Worthülsen und Gute-Laune-Lyrics. Fayzen singt von der Sehnsucht nach Zuhause und der Kraft des Fernwehs. Er gibt dem Kummer einen Namen und der Hoffnung einen Sound. Fayzen, du bist „wundervoll“.

Der Waldläufer: ,Fluidum‘ (2017)

Wer sich mal wieder ein warmes, wohltemperiertes Klangbad gönnen möchte, tauche doch ein in die traumhafte Musikwelt vom „Waldläufer“. Der aus Kassel stammende Künstler produzierte in Eigenregie sein mittlerweile viertes Album und erreicht kontinuierlich mehr Reife und Klasse. Typisch für ihn sind die Vermengung diverser Soundelemente innerhalb der elektronischen Ambient-Musik, das heißt er reichert die edlen Klangcollagen mit Flügelhorn, Querflöte oder Gitarren an. Damit es nicht zu ruhig klingt, bestückt er die Songs mit sanften Percussions. Somit ist das Resultat ein erdiger, chilliger Hörgenuss mit einem Hauch von Smooth-Jazz, der sowohl die „Elektroniker“ als auch die „Akustiker“ befriedigt. Wer die Musik von Helpling & Jenkins oder Patrick O’Hearn mag wird dieses Album lieben. Für mich ist „Der Waldläufer“ so etwas wie die ,next Generation‘ der New-Age-Music. Absolut empfehlenswert!

Peter Ries: „Dronespherism“ (2017)

Schon der Zungenbrechertitel läßt vermuten: Ist das Kunst oder kann das weg? Doch momentmal – der Interpret ist ein alter Hase in Deutschlands Pop-Landschaft. Er hatte schon mit Michael Cretu und Sandra sowie Sally Oldfield zusammengearbeitet, tourte mehrere Jahre mit Sandra durch Europa und trat als Bassist der Band auf. In den 2000ern produzierte er für die „No Angels“. Dann war es viele Jahre still um ihn und er experimentierte mit den Synthies diverse Soundtracks. Das aktuelle Online-Album ist mittlerweile sein zweites Soloprojekt. Es beginnt im Intro sehr spannend und sphärisch … Peter Ries: „Dronespherism“ (2017) weiterlesen

ENIGMA: The Fall Of A Rebel Angel (2016)

Endlich, nach 8 Jahren, ist es soweit. Nur Insider kennen die wahren Gründe der langen Funkstille. Der unsägliche Abriss seines Studios auf Ibiza und diverse private Umstände haben bei Michael Cretu für einen totalen Umbruch gesorgt. Kein Wunder, dass sein neues Album den Titel „The Fall of a Rebel Angel“ trägt. Michael Cretu hat alles auf eine Karte gesetzt … und alles gewonnen! ENIGMA: The Fall Of A Rebel Angel (2016) weiterlesen

SOUNDCHECK – REVIEWS